Nettoenergie
Ein alternatives Energiebewertungssystem, das in manchen Ländern anstelle der metabolisierbaren Energie (ME) verwendet wird.
Für ein 500 kg schweres Pferd im Erhaltungsbedarf setzt der GfE-2014-Standard rund 63 MJ metabolisierbare Energie (ME) pro Tag an. Nettoenergie-Systeme rechnen denselben physiologischen Bedarf mit einem niedrigeren Zahlenwert, weil sie gegenüber der ME einen weiteren Schritt gehen: Sie ziehen zusätzlich die Wärmeverluste ab, die bei der Verdauung und Verstoffwechselung des Futters im Körper entstehen. Übrig bleibt die Energie, die dem Tier tatsächlich für Erhaltung, Wachstum, Arbeit oder Milchbildung zur Verfügung steht — deshalb sind ME- und Nettoenergie-Werte für dasselbe Futter nie identisch.
Verschiedene Länder und Fachgesellschaften nutzen unterschiedliche Energiebewertungssysteme für die Pferdefütterung. Während manche internationale Systeme mit Nettoenergie-Werten arbeiten, rechnet der im deutschsprachigen Raum gebräuchliche GfE-2014-Standard mit der metabolisierbaren Energie (ME) als Bezugsgröße. Beide Systeme verfolgen im Kern dasselbe Ziel, den tatsächlich nutzbaren Energiegehalt eines Futters abzubilden, unterscheiden sich aber in der Berechnungsmethode und sind Werte aus verschiedenen Systemen nicht direkt eins zu eins vergleichbar.
Wer Futtermittelanalysen oder Literatur aus dem angloamerikanischen Raum vergleicht, stößt deshalb gelegentlich auf Nettoenergie-Angaben, während deutsche Quellen üblicherweise mit ME arbeiten. Für die praktische Rationsberechnung nach GfE 2014 ist die metabolisierbare Energie die relevante Bezugsgröße.
Der Rationsrechner nutzt konsequent das ME-System nach GfE 2014, um Vergleichbarkeit mit gängigen deutschsprachigen Futtermittelanalysen sicherzustellen.