Equines Metabolisches Syndrom(EMS)
Stoffwechselstörung mit Insulinresistenz und erhöhtem Hufrehe-Risiko, bei der die Fütterung häufig auf reduzierte NSC ausgerichtet wird.
Das Equine Metabolische Syndrom, kurz EMS, ist eine Stoffwechselstörung bei Pferden und Ponys, die vor allem mit Insulinresistenz, häufig auch mit regionaler Fettansammlung (etwa im Nacken oder an der Schweifrübe) und einem deutlich erhöhten Risiko für Hufrehe einhergeht. Betroffen sind besonders leichtfuttrige Rassen und übergewichtige Tiere, EMS kann aber grundsätzlich verschiedene Pferde treffen.
Diagnostiziert wird EMS tierärztlich, meist über Blutuntersuchungen zur Insulin- und Glukoseregulation in Kombination mit Body Condition Score und Krankheitsgeschichte. Für die Fütterung von Pferden mit EMS wird in der Fachliteratur häufig eine deutliche Reduktion von Stärke und Zucker (NSC) in der Ration diskutiert, da hohe NSC-Mengen die Insulinausschüttung stärker anregen und damit das Hufrehe-Risiko zusätzlich erhöhen können. Häufig genannte Ansatzpunkte sind eingeschränkter Weidegang, gesoaktes oder NSC-armes Heu sowie der Verzicht auf stärke- und zuckerreiches Kraftfutter.
Wichtig ist: EMS ist eine medizinische Diagnose mit individuellem Behandlungsbedarf. Ob und wie stark die NSC-Zufuhr im Einzelfall reduziert werden sollte, welche Zusatzmaßnahmen sinnvoll sind und wie sich der Zustand entwickelt, ist eine Frage für Tierarzt oder zertifizierte Pferdeernährungsberatung — eine allgemeine Rationsberechnung kann diese individuelle Begleitung nicht ersetzen, aber als zusätzliche Orientierung bei der Zusammenstellung der Grundration dienen.