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Pferd mit Stoffwechselproblemen richtig füttern

Von Rationsrechner Pferd Redaktion10 Min. Lesezeit
Pferd mit Stoffwechselproblemen: Fütterung bei EMS und Hufrehe

Stoffwechsel Pferd: Der Begriff klingt abstrakt, bis dein eigenes Pferd betroffen ist. Häufig liegt das Problem nicht beim Futter selbst, sondern beim NSC-Gehalt (nicht-strukturelle Kohlenhydrate: Zucker, Stärke, Fruktane), den die meisten Besitzer gar nicht kennen, bevor die Diagnose fällt. EMS (Equines Metabolisches Syndrom), Hufrehe, Cushing (PPID, eine Erkrankung der Hirnanhangdrüse) und altersbedingte Veränderungen beim Seniorenpferd sind die häufigsten Stoffwechselprobleme beim Pferd in Deutschland. Sie haben unterschiedliche Ursachen, teilen aber ein zentrales Fütterungsprinzip: NSC unter 10–12 % halten, Grundfutter sichern, individuell nach GfE-2014-Standard berechnen.

Pferde mit Stoffwechselproblemen stellen ihre Besitzer vor eine der schwersten Aufgaben im Stallalltag: Die Erkrankung ist chronisch, die Fütterung muss dauerhaft angepasst werden. Und die meisten Informationen, die du dazu findest, kommen von Herstellern, die gleichzeitig das passende Produkt verkaufen wollen. Dieser Überblick erklärt alle vier Erkrankungsbilder, ihre gemeinsamen und unterschiedlichen Fütterungsanforderungen, und welche Rolle der GfE-2014-Standard dabei spielt.


Was sind Stoffwechselprobleme beim Pferd?

Stoffwechselprobleme beim Pferd sind Erkrankungen, bei denen der Körper bestimmte Nährstoffe (vor allem Zucker, Stärke und Fett) nicht mehr normal verarbeitet. Das führt zu Hormonentgleisungen, Entzündungsreaktionen und in schweren Fällen zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie Hufrehe.

Die häufigsten Diagnosen:

ErkrankungKernsymptomeHäufigkeit
EMS (Equines Metabolisches Syndrom)Insulindysregulation, Übergewicht, Hufrehe-AnfälligkeitSehr häufig, besonders bei robusten Rassen
HufreheLahmheit, Hufschmerzen, Rotation der HufbeinspitzeOft Folgeerkrankung von EMS/Cushing
Cushing (PPID)Fellveränderungen, Polyurie, MuskelabbauHäufig ab 15–18 Jahren
Altersbedingte Veränderungen (Senior)Muskelabbau, Kauprobleme, schlechtere NährstoffverwertungFast alle Pferde ab 20+ Jahren

Was alle vier verbindet: Die Fütterung spielt eine entscheidende Rolle, sowohl in der Entstehung der Erkrankung als auch in ihrer Kontrolle. Alle vier erfordern eine strukturierte Rationsberechnung, keine pauschalen Empfehlungen.


NSC — das wichtigste Kürzel bei Stoffwechselproblemen

NSC steht für Non-Structural Carbohydrates, also nicht-strukturelle Kohlenhydrate. Das sind im Wesentlichen:

  • Zucker (einfache und doppelte Zuckermoleküle)
  • Stärke (in Getreide, Mais, Kartoffeln)
  • Fruktane (pflanzliche Zuckerspeicher, besonders in Weidegras)

NSC sind das Hauptproblem bei EMS, Hufrehe und Cushing. Bei diesen Erkrankungen ist die Insulinregulation gestört. Wenn ein betroffenes Pferd viele NSC aufnimmt, schießt der Insulinspiegel nach oben. Das ist ein physiologischer Ablauf, der bei gesunden Pferden normal ist, bei kranken aber eine Kettenreaktion auslöst, die Hufrehe verursachen kann.

NSC-Richtwerte bei Stoffwechselproblemen:

SituationEmpfohlener NSC-Anteil im Futter
Gesundes Pferdbis 20–25 % möglich
EMS-Verdacht / Übergewichtunter 12 % (Gesamtration)
Aktive Insulindysregulation / Hufreheunter 10 %, besser unter 8 %
Cushing (stabile Phase)unter 12 %
Cushing (mit Insulindysregulation)unter 10 %

Orientierungswerte nach: Frank, N. et al. (2010), Equine Endocrinology Group Konsensusempfehlungen; individuelle Anpassung nach Rationsberechnung und tierärztlicher Diagnose empfohlen. Der GfE-2014-Standard definiert keine krankheitsspezifischen NSC-Grenzwerte; diese entstammen der klinischen Forschung zu EMS und PPID.

Die Herausforderung: NSC lässt sich ohne Heuanalyse nicht messen. Weidegras (besonders frühmorgens, nach Frost oder bei Trockenstress) kann NSC-Gehalte von 20–30 % erreichen. Das ist für betroffene Pferde gefährlich, ohne dass du es dem Gras ansehen kannst.


Grundfutter-Primat — auch bei übergewichtigen Pferden

Ein Denkfehler, der immer wieder vorkommt: Bei übergewichtigen oder metabolisch kranken Pferden wird die Heumenge drastisch reduziert, weil du denkst, weniger Futter bedeutet weniger Kalorien und damit Gewichtsverlust.

Das stimmt, aber es ignoriert eine physiologische Grundtatsache: Das Pferd braucht Grundfutter für eine funktionierende Verdauung, unabhängig von seinem Gewicht oder Stoffwechselzustand.

Pferde produzieren Magensäure kontinuierlich, rund um die Uhr. Ohne Grundfutter im Magen gibt es keinen Puffer. Die Folge: Magengeschwüre, die bei Pferden mit Stoffwechselproblemen das Wohlbefinden zusätzlich belasten. Gleichzeitig ist der Dickdarm auf die mikrobielle Fermentation von Rohfaser angewiesen. Zu wenig Rohfaser destabilisiert die Darmflora, mit erhöhtem Kolikrisiko als Konsequenz.

Die richtige Strategie bei übergewichtigen metabolischen Pferden ist deshalb nicht: weniger Heu, sondern kalorienärmeres Heu und davon ausreichend viel. Heu mit niedrigem Energiegehalt (z. B. spät geschnittene Mähwiesen) kann in ausreichender Menge gefüttert werden und hält gleichzeitig den Energieeintrag im Rahmen.

Der GfE-2014-Richtwert gilt auch hier: mindestens 1,5 kg Raufutter pro 100 kg KGW täglich als Ziel, nicht unter 1,0 kg als absolutes Minimum.


EMS beim Pferd — das metabolische Syndrom

EMS (Equines Metabolisches Syndrom) ist keine einzelne Erkrankung, sondern ein Syndrom aus mehreren zusammenhängenden Problemen: Übergewicht (besonders krankhaftes Fettgewebe an Hals, Schulter und Schweifrübe), Insulindysregulation und erhöhte Anfälligkeit für Hufrehe.

Besonders betroffen sind genetisch prädisponierte, robuste Rassen: Isländer, Haflinger, Welsh Cobs, Tinkerpferde, aber auch Warmblutrassen mit "leichter Futterverwertung". Diese Pferde wurden jahrhundertelang darauf selektiert, aus schlechtem Futter möglichst viel herauszuholen. In der modernen Haltung mit reichhaltigem Heu und Kraftfutter wird diese Eigenschaft zum Problem.

Fütterungsgrundsätze bei EMS:

  1. NSC unter 12 %, bei aktiver Insulindysregulation unter 10 %: messen lassen, nicht schätzen
  2. Kein Weidegras bei Insulindysregulation oder nur stark eingeschränkt (Weidekorb, zeitlich begrenzt, kein Morgengras nach Frost)
  3. Heu einweichen kann den NSC-Gehalt um 20–40 % reduzieren: Heu 30–60 Minuten in warmem Wasser einweichen, dann Wasser abgießen. Das Heu verliert dabei auch wasserlösliche Mineralstoffe. Die Mineralversorgung muss daher separat sichergestellt werden
  4. Kein Getreide, kein Müsli, kein melassiertes Futter
  5. Langsame Fütterung fördern (Heuraufe, Heunetz): verhindert Fressspitzen und hält den Verdauungstrakt gleichmäßig beschäftigt
  6. Energiemenge kontrollieren: Übergewicht ist der Motor der Erkrankung; Gewichtsreduktion kann die Insulinsensitivität deutlich verbessern

Bewegung ist ein weiterer Schlüsselfaktor: Moderate, regelmäßige Bewegung verbessert die Insulinsensitivität. Das bedeutet nicht intensives Training, sondern tägliche, dosierte Belastung, sofern keine aktive Hufrehe besteht.


Hufrehe beim Pferd — Fütterung nach aktuellem Stand

Hufrehe ist eine der schmerzhaftesten und gefährlichsten Erkrankungen beim Pferd. Sie bezeichnet eine Entzündung der Huflederhaut (Laminis), die im schlimmsten Fall zur Rotation der Hufbeinspitze führt. Das ist ein irreversibler Schaden.

Ursachen für Hufrehe sind vielfältig:

  • Futterbedingte Hufrehe (häufigste Ursache): zu viel NSC, zu viel frisches Weidegras, plötzliche Futterumstellung
  • Endokrine Hufrehe: ausgelöst durch EMS oder Cushing
  • Unterstützungshufrehe: Überlastung des gesunden Beins bei Lahmheit des anderen
  • Hufrehe durch Krankheit: Infektionen, Endotoxämie

Bei der akuten Hufrehe sind absolute Weideruhe und sofortige tierärztliche Behandlung das Gebot. Fütterungstechnisch gilt:

  • Sofort alles NSC-reiche Futter entfernen: kein Weidegras, kein Müsli, kein Getreide
  • Heu einweichen (s.o.) bis NSC-armes Heu verfügbar ist oder Heuanalyse vorliegt
  • Wasserversorgung sicherstellen

In der chronischen Phase und Nachsorge:

  • Dauerhaft NSC unter 10 % in der Gesamtration
  • Regelmäßige Heuanalysen, da Heuqualität saisonal schwankt
  • Rationsberechnung zur Kontrolle aller Nährstoffe, da Hufreher-Pferde oft gleichzeitig Mineralstoffmängel haben, weil ihre Ration sehr stark eingeschränkt ist
  • Mineralversorgung besonders im Blick behalten, wenn Heu eingeweicht wird (wasserlösliche Mineralstoffe gehen verloren)

Cushing beim Pferd (PPID)

PPID (Pituitary Pars Intermedia Dysfunction), im Volksmund "Cushing" genannt, ist eine Erkrankung der Hirnanhangdrüse, die hauptsächlich bei älteren Pferden auftritt (meist ab 15–18 Jahren). Ein gestörter Hormonhaushalt führt zu einer Kaskade von Symptomen.

Typische Cushing-Symptome:

  • Verlängertes, lockiges Fell, das nicht vollständig gewechselt wird
  • Übermäßiges Trinken und Urinieren (Polyurie / Polydipsie)
  • Muskelabbau, besonders entlang der Wirbelsäule
  • Fetteinlagerungen am Hals, über den Augen und an der Schweifrübe
  • Erhöhte Anfälligkeit für Infektionen
  • Häufig: begleitende Insulindysregulation mit Hufrehe-Risiko

Cushing ist medikamentös behandelbar (Pergolid). Die Fütterung muss jedoch parallel angepasst werden.

Fütterungsgrundsätze bei Cushing:

  1. NSC kontrollieren: bei Cushing ohne Insulindysregulation unter 12 %, mit Insulindysregulation unter 10 %
  2. Proteinversorgung sicherstellen: Muskelabbau ist ein zentrales Symptom. Ältere Pferde mit Cushing brauchen oft mehr pcvXP als jüngere, weil die Proteinverwertung nachlässt. Luzerne als Grundfutter-Ergänzung kann helfen, ist aber wegen des höheren Zuckergehalts nicht unbegrenzt geeignet
  3. Energie sorgfältig bilanzieren: manche Cushing-Pferde sind übergewichtig, andere deutlich untergewichtig. Beide Zustände können gleichzeitig auftreten (Muskelschwund trotz Verfettung)
  4. Mineralversorgung: Cushing-Pferde haben häufig begleitende Mineralstoffmängel, insbesondere Selen und Magnesium
  5. Regelmäßige tierärztliche Kontrolle: Pergolid-Dosierung und Fütterungsplan gehören zusammen angepasst

Senioren-Pferd richtig füttern

Ab etwa 20 Jahren verändert sich die Physiologie des Pferdes schrittweise: Kaukapazität nimmt ab (Zähne nutzen sich ab oder fallen aus), Dünndarm-Kapazität für die Proteinabsorption sinkt, Immunsystem wird anfälliger. Viele Senioren-Pferde haben gleichzeitig Cushing und/oder beginnende Arthritis.

Was ändert sich beim Senior-Pferd?

  • Kauprobleme: Langes Heu ist schwer zu kauen. Schnittheu, Heucobs oder eingeweichte Heuraufe können notwendig sein
  • Proteinbedarf steigt: Für denselben Muskelerhalt braucht ein 20-jähriges Pferd mehr pcvXP als ein 10-jähriges
  • Energiedichte muss steigen: Senior-Pferde können weniger Futter pro Mahlzeit aufnehmen und brauchen energiedichteres Futter bei gleicher Gesamtmenge
  • Wasseraufnahme fördern: Ältere Pferde trinken oft weniger; eingeweichtes Futter erhöht die Wasseraufnahme

Typische Fütterungsfehler beim Senior-Pferd:

  • Blindes Weiterfüttern wie bisher, weil das Pferd "ja noch frisst"
  • Unterschätzen des Proteinbedarfs: der Muskelabbau wird als "normales Altern" hingenommen
  • Kein Zahncheck: Kauprobleme bleiben unerkannt, weil das Pferd weiterhin frisst (nur langsamer und ineffizienter)

GfE-2014-Standard und Stoffwechselproblem-Pferde

Der GfE-2014-Standard definiert Richtwerte für gesunde Pferde unter verschiedenen Leistungsstufen. Er enthält keine spezifischen Protokolle für EMS oder Cushing, da es sich um medizinische Erkrankungen handelt, die tierärztliche Diagnose und individuelle Anpassung erfordern.

Was der GfE-Standard leistet: Er liefert die wissenschaftliche Grundlage für die Bedarfsberechnung. Wer weiß, wie viel Energie, Protein, Calcium, Selen und Vitamin E ein Pferd bei seinem Körpergewicht und Aktivitätslevel braucht, kann die tatsächliche Versorgung dagegen halten und gezielt eingreifen.

Gerade bei Stoffwechselproblem-Pferden ist diese Präzision entscheidend: Wer nur nach Gefühl füttert, riskiert gleichzeitig NSC-Überschuss und Mineralstoffmangel. Beides gemeinsam ist bei Hufrehe-Pferden keine Seltenheit, weil die stark eingeschränkte Ration zwar wenig NSC liefert, aber auch kaum Mineralstoffe.


Heuanalyse als Pflicht — nicht als Option

Bei Pferden mit Stoffwechselproblemen ist eine Heuanalyse keine optionale Vertiefung, sondern Voraussetzung für eine fundierte Rationsgestaltung.

Warum? Weil NSC-Gehalte im Heu extrem variieren:

Heutyp / BedingungTypischer NSC-Gehalt
Frühschnitt (Mai/Juni), intensiv gedüngte Wiese15–25 %
Spätschnitt (Juli/August), extensiv8–14 %
Gut eingeweichtes Heu (60 Min. in warmem Wasser)Reduktion um 20–40 %
Stroh2–5 % (sehr gering, aber nährstoffarm)

Orientierungswerte; tatsächliche Gehalte hängen stark von Standort, Ernte und Lagerung ab.

Ein Pferd, das auf NSC-armes Futter angewiesen ist, aber Heu mit 20 % NSC bekommt, ist falsch versorgt, egal wie sorgfältig du den Rest der Ration zusammengestellt hast. Ohne Analyse weißt du nicht, wo du stehst.

Heuanalysen kosten 30–60 Euro pro Probe und sind über landwirtschaftliche Labore bestellbar. Bei regelmäßigem Heu aus derselben Quelle reicht eine jährliche Analyse.


Wie stellst du die Ration um?

Fütterungsumstellungen bei Stoffwechselproblemen sollten schrittweise und strukturiert erfolgen. Beginne mit Tierarzt und Diagnose, bevor du die Ration änderst, denn Pergolid bei Cushing und die richtige Fütterung gehören zusammen geplant. Parallel dazu erstellst du eine Rationsberechnung (aktuelle Versorgung vs. Bedarf) und beauftragst eine Heuanalyse, damit du weißt, womit du tatsächlich arbeitest.

Erst wenn diese Grundlagen vorliegen, geht es an die Anpassungen:

  1. Weidezugang anpassen: bei EMS/Hufrehe ggf. Weidekorb oder Weideausschluss
  2. Kraftfutter und Müsli reduzieren / eliminieren: schrittweise über 2–4 Wochen
  3. Mineralversorgung sicherstellen: gerade wenn Heu eingeweicht wird oder die Ration stark eingeschränkt ist
  4. Regelmäßig kontrollieren: Gewicht, Körperkondition, Blutbild in Abständen von 3–6 Monaten

Häufig gestellte Fragen

Darf ein EMS-Pferd überhaupt noch auf die Weide?

Das hängt von der aktuellen Insulinsituation ab und muss tierärztlich beurteilt werden. In der Remissionsphase ist eingeschränkte Weide möglich, mit Weidekorb, nur nach Tau (kein Morgengras), nicht nach Frost und nicht bei trockenem Trockenstress (Fruktanspitze). In der aktiven Phase mit Insulindysregulation: kein Weidegras.

Wie erkenne ich, ob mein Heu NSC-arm genug ist?

Gar nicht, ohne Analyse. NSC ist weder am Aussehen noch am Geruch erkennbar. Heu, das grün und aromatisch wirkt, kann hohe NSC-Gehalte haben, während unscheinbares Heu tatsächlich arm daran sein kann. Das einzige verlässliche Instrument ist eine Laboranalyse (30–60 Euro pro Probe über agronomische Labore).

Mein Pferd hat Cushing und Hufrehe: was hat Vorrang?

Beides ist dringend und muss parallel angegangen werden. Cushing wird medikamentös mit Pergolid behandelt; Hufrehe erfordert sofortige fütterungstechnische Maßnahmen (NSC-Reduktion) und hufpflegerische Unterstützung. Tierarzt, Hufschmied und ggf. Huforthopäde sollten eng zusammenarbeiten, denn eine sequenzielle Behandlung kostet wertvolle Zeit.

Darf ein Senior-Pferd mit Kauproblemen noch normales Heu bekommen?

Wenn Zahnprobleme diagnostiziert sind, können eingeweichte Heucobs, Schnittheu oder Heuchaff normales Heu ersetzen oder ergänzen. Auch diese Alternativen auf NSC-Gehalt prüfen, wenn gleichzeitig Stoffwechselprobleme bestehen. Kauprobleme bleiben oft lange unerkannt. Ein spezialisierter Zahnarzt-Check sollte bei Senioren-Pferden jährlich stattfinden.


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Alle Berechnungen basieren auf dem GfE-2014-Standard. Bei Stoffwechselerkrankungen bitte zusätzlich einen Tierarzt und zertifizierten Pferdeernährungsberater einbeziehen. Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Diagnose.

Quellen

  • NSC-Grenzwert für EMS/IR-Pferde: unter 10–12 % TM: Frank, N. et al. (2010): Equine Metabolic Syndrome. Journal of Veterinary Internal Medicine, 24(3), 467–475.
  • Magengeschwüre bei über 50 % der Freizeitpferde / bis 90 % der Turnierpferde: Merritt, A.M. & Sandin, A. (2009): Gastric ulcers in horses. Equine Veterinary Journal, 35(2), 152–155. / Luthersson, N. et al. (2009): Risk factors associated with equine gastric ulcer syndrome (EGUS) in 201 horses in Denmark. Equine Veterinary Journal, 41(7), 625–630.
  • Rohfaser-Minimum Pferd: 1,0–1,5 kg/100 kg KM/Tag (GfE 2014): GfE — Gesellschaft für Ernährungsphysiologie: Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung der Pferde. DLG-Verlag, Frankfurt 2014.
  • Weidegras kann NSC-Gehalte von 20–30 % erreichen (bei Frost, Trockenstress): Longland, A.C. & Byrd, B.M. (2006): Pasture nonstructural carbohydrates and equine laminitis. Journal of Nutrition, 136(7 Suppl), 2099S–2102S.